Zweckbestimmung
Der Cardiolipin-Ab IgG/IgM ELISA ist ein Festphasen-Enzymimmunoassay mit hochgereinigtem Cardiolipin und nativem humanen ß2-Glykoprotein I. Er erlaubt die quantitative und qualitative Bestimmung von IgG und/ oder IgM Antikörpern gegen Cardiolipin in humanem Serum. Die Mehrheit der anti-Cardiolipin Antikörper erkennen spezifische Epitope auf dem Cardiolipin- ß2-Glykoprotein I-Komplex. Die spezifischen Epitope resultieren aus der Interaktion des Cardiolipins mit dem ß2-Glykoprotein I. Die Bestimmung dieser Antikörper dient der Diagnosestellung und der Abschätzung des Thrombose-Risikos bei Patienten mit Systemischem Lupus Erythematodes (SLE).
Klinische Anwendung und Testprinzip
Antikörper gegen Cardiolipin gehören zu der Gruppe der anti-Phospholipid Antikörper, die spezifisch gegen negativ geladene Phopholipide, Bestandteile biologischer Membranen, gerichtet sind. Cardiolipin ist ein Derivat des Glycerins und erhielt 1941 seinen Namen aufgrund seiner Aufreinigung aus Rinderherz. Das Vorkommen von anti-Phopholipid Antikörpern ist häufig beim Systemischen Lupus Erythematodes (SLE) und verwandten Erkrankungen beschrieben, die Prävalenz von anti-Cardiolipin Antikörpern beim SLE ist mit 24% bis 50% dokumentiert.
Das Auftreten von anti-Cardiolipin Antikörpern bei diesen Erkrankungen bezeichnet man als sekundäres Antiphospholipid Syndrom (APS). Ein primäres APS ist hingegen durch anti-Cardiolipin Antikörper ohne Beteiligung von weiteren Autoimmunerkrankungen charakterisiert. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine enge Korrelation zwischen Thrombosen, Thrombozytopenien und habituellen Aborten (als Folge von PlazentaInfarkten) besteht. Die Rolle der anti Phospholipid Antikörper bei der ThromboseEntstehung ist jedoch bislang noch nicht völlig geklärt.
Testprinzip
Die 1:101 verdünnten Serumproben werden in den Kavitäten, welche mit dem spezifischen Antigen beschichtet sind, inkubiert. Hierbei binden spezifische Antikörper aus dem Patientenserum, wenn vorhanden, an das Antigen auf der Platte; ungebundene Serumkomponenten werden im folgenden Waschschritt weggewaschen. Anschließend werden anti-Human Immunoglobuline, die mit Meerrettich-Peroxidase markiert sind (Konjugat), zugegeben. Während einer Inkubation binden diese an den zuvor gebilde-ten Antigen-Antikörper-Komplex, nicht gebundene Immunglobuline werden im folgenden Waschschritt entfernt. Der Nachweis gebundener Antikörper erfolgt mit einer enzymatischen Farbreaktion (blau) des Substrates, die mit verdünnter Säure abgestoppt wird (Farbumschlag nach gelb). Die Intensität der Farbentwicklung des Chromogens ist abhängig von der an den Antigen-Antikörper-Komplex gebundenen Konjugatmenge und somit direkt proportional zur Antikörperkonzentration im Serum.
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