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Acetylcholinrezeptor-Ak (ARAb) RRA

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Katalog-Nr.30221148
Regulatorischer Status
EU: CE IVDR
Kit Größe
100
Methode
RRA
Inkubationszeit
1 x 2 h, 1 x 30 min
Standardbereich
0 - 8 nmol/L, cut-off 0.25 nmol/L
Probe / Vorbehandlung
20 µL serum, plasma
Substrat / Isotop
125I < 100 kBq

Acetylcholinrezeptor-Ak (ARAb) RRA ist ab jetzt als IVDR konformes Produkt erhältlich.

Myasthenia gravis ist eine Autoimmunerkrankung, die zu schwerer Muskelschwäche führen und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Die Diagnose kann sich als schwierig erweisen, aber es stehen modernste Krankheits-Biomarker und gezielte Tests zur Verfügung, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass ein Patient mit Myasthenia gravis frühzeitig diagnostiziert und entsprechend behandelt werden kann.

Bei Myasthenia gravis produziert das körpereigene Immunsystem Antikörper, die die Skelettmuskeln angreifen, die für die Atmung und verschiedene andere Bewegungen verantwortlich sind. Die Patienten leiden typischerweise unter Muskelschwäche nach körperlicher Betätigung, die sich im Ruhezustand bessert. Eine frühzeitige und genaue Diagnose der Myasthenia gravis ist wichtig, da es zwar keine Heilung gibt, aber wirksame Behandlungen, die helfen können, die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Verwendungszweck

Der Acetylcholin-Autoantikörper-Radio-Rezeptor-Assay ist für die semi-quantitative Bestimmung von Autoantikörpern gegen den Acetylcholin-Rezeptor in adultem Humanserum und EDTA-Plasma bestimmt.

Die Messung hochspezifischer Autoantikörper gegen den Acetylcholinrezeptor (AChr) eignet sich als Hilfsmittel für die Diagnose der Myasthenia gravis (MG), einer seltenen, aber langfristigen Muskelerkrankung, die zu einer Muskelschwäche unterschiedlichen Schweregrades führt. In der Diagnostik wird die Bestimmung von Autoantikörpern gegen den Acetylcholinrezeptor als erstes Screening-Instrument bei Patienten mit Verdacht auf Myasthenia gravis eingesetzt, da bei etwa 80% der MG-Patienten Autoantikörper gegen AChR nachweisbar sind (seropositive MG). Darüber hinaus gibt die Bestimmung der Autoantikörper Aufschluss über den (patho-) physiologischen Zustand des Patienten. Zur Definition der myasthenischen Untergruppe, wie z.B. früh einsetzende MG, spät einsetzende MG, thymom-assoziierte oder MuSK-assoziierte MG, sind weitere diagnostische Untersuchungen notwendig. Untergruppen werden mit diesem Assay nicht definiert. Acetylcholinrezeptor aus menschlichem Muskel wird als Antigen in diesem Radio-Rezeptor-Assay verwendet.

Die Rezeptoren sind mit 125I-alpha-Bungarotoxin markiert, das die Rezeptoren am spezifischsten und nahezu irreversibel bindet. Im Serum oder Plasma des Patienten vorhandene Autoantikörper heften sich an die markierten Rezeptoren. Die daraus resultierenden Immunkomplexe werden mit anti-human-IgG präzipitiert. Die Menge der Radioaktivität des Sediments ist direkt proportional zur Konzentration der Acetylcholinrezeptor-Autoantikörper in der Probe. Für die Durchführung des Tests sind allgemeine Laborgeräte und Verbrauchsmaterialien wie Gamma-Zähler, Vortexer und Pipetten erforderlich. Die Testanweisungen für den manuellen Kit-Assay-Test müssen strikt befolgt und vom Labor überprüft werden. Die Testergebnisse werden anhand einer Standardkurve berechnet und mit dem definierten Cut-off verglichen. Der Testkit ist nur für den professionellen Laborgebrauch durch geschultes Personal bestimmt. Der Testkit ist nicht für den Hausgebrauch oder durch Laien bestimmt.

Klinische Bedeutung

Die Messung hochspezifischer Autoantikörper gegen den Acetylcholinrezeptor (AChr) unterstützt die Diagnose der Myasthenia gravis (MG), einer seltenen, aber langfristigen Muskelerkrankung, die zu einer Muskelschwäche unterschiedlichen Schweregrades führt. Am häufigsten sind die Augen-, Gesichts- und Schluckmuskeln betroffen. In der Diagnostik wird die Bestimmung von Autoantikörpern gegen den Acetylcholinrezeptor als erstes serologisches Werkzeug bei Patienten mit Verdacht auf eine Myasthenia gravis-Erkrankung eingesetzt.[1-3]

Abb.1: Neuromuskuläre Verbindung bei Myasthenia gravis (MG). [11]

AChR-Antikörper sind durch die Vernetzung von AChRs nach beschleunigtem Rezeptorabbau direkt pathogen. Darüber hinaus kann eine pathogene Funktion durch Induktion von AChR- Konformationsänderungen oder Blockierung der Acetylcholinbindung beobachtet werden.[1]

Es wird zwischen verschiedenen Formen der Myasthenia gravis unterschieden, zum Beispiel der generalisierten Myasthenia gravis oder der okulären Myasthenia gravis. Autoantikörper gegen AChR sind im Serum von mindestens 80 % der Patienten mit generalisierter Myasthenia gravis[2,4] und bei 50-60 % der Patienten mit okulärer Myasthenie nachweisbar[5]. D-Penicillamin kann anti-AChR- und anti-MuSK-Antikörper-positive MG verursachen, ein seltenes Phänomen, das nach Absetzen der D-Penicillamin-Behandlung wieder rückgängig gemacht wird.[6,7] Die Untersuchung von Patienten mit Verdacht auf eine MG-Erkrankung wird in der Regel mit mehreren  Antikörperbestimmungen durchgeführt. Im Falle der AChR-Seronegativität kann das Vorhandensein anderer Antikörper, wie z.B. gegen MuSK oder Lrp4, die Diagnose einer bestehenden MG-Erkrankung bei AChRseronegativen Patienten unterstützen.[8]

Der empfindlichste und spezifischste AChR-Antikörpertest ist ein Radioimmunoassay (binding antibody assay) mit humanem AChR. Aufgrund seiner hohen Spezifität und Sensitivität ist er seit vielen Jahren der Goldstandard für die MG-Diagnose.[9,10]

*Produktverfügbarkeit und regulatorischer Status können in Regionen außerhalb der EU je nach länderspezifischer Registrierung variieren. Wenden Sie sich für weitere Informationen an Ihren Tecan-Partner.

Für konkrete Daten konsultieren Sie bitte die Arbeitsanweisung in der Download Box oben auf der rechten Seite.

[1] Gilhus, N. E., & Verschuuren, J. J. (2015). Myasthenia gravis: subgroup classification and therapeutic strategies. The Lancet. Neurology, 14(10), 1023–1036. https://doi.org/10.1016/S1474-4422(15)00145-3

[2] Binks, S., Vincent, A., & Palace, J. (2016). Myasthenia gravis: a clinical-immunological update. Journal of neurology, 263(4), 826–834. https://doi.org/10.1007/s00415-015-7963-5

[3] Farmakidis, C., Pasnoor, M., Dimachkie, M. M., & Barohn, R. J. (2018). Treatment of Myasthenia Gravis. Neurologic clinics, 36(2), 311–337. https://doi.org/10.1016/j.ncl.2018.01.011

[4] Vincent, A., & Newsom-Davis, J. (1985). Acetylcholine receptor antibody as a diagnostic test for myasthenia gravis: results in 153 validated cases and 2967 diagnostic assays. Journal of neurology, neurosurgery, and psychiatry, 48(12), 1246–1252. https://doi.org/10.1136/jnnp.48.12.1246

[5] Nicolle M. W. (2016). Myasthenia Gravis and Lambert-Eaton Myasthenic Syndrome. Continuum (Minneapolis, Minn.), 22(6, Muscle and Neuromuscular Junction Disorders), 1978–2005. https://doi.org/10.1212/CON.0000000000000415

[6] Poulas, K., Koutsouraki, E., Kordas, G., Kokla, A., & Tzartos, S. J. (2012). Anti-MuSK-and antiAChR-positive myasthenia gravis induced by d-penicillamine. Journal of Neuroimmunology, 250(1-2), 94-98.

[7] Li, Mingqiang, et al. "Clinical characteristics of AChRAb and MuSKAb double seropositive myasthenia gravis patients." Clinical neurology and neurosurgery 172 (2018): 69-73.

[8] Huda, S., Woodhall, M. R., Vincent, A., & Heckmann, J. M. (2016). Characteristics Of acetylcholine‐receptor‐antibody–negative myasthenia gravis in a South African cohort. Muscle & nerve, 54(6), 1023-1029.

[9] Lazaridis, K., & Tzartos, S. J. (2020). Autoantibody specificities in myasthenia gravis; implications for improved diagnostics and therapeutics. Frontiers in Immunology, 11, 212.

[10] Wang, S., Breskovska, I., Gandhy, S., Punga, A. R., Guptill, J. T., & Kaminski, H. J. (2018).Advances in autoimmune myasthenia gravis management. Expert review of neurotherapeutics, 18(7), 573–588. https://doi.org/10.1080/14737175.2018.1491310

[11] Gilhus, N. E., Skeie, G. O., Romi, F., Lazaridis, K., Zisimopoulou, P., & Tzartos, S. (2016). Myasthenia gravis—autoantibody characteristics and their implications for therapy. Nature reviews neurology, 12(5), 259-268.

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Zu unserem umfassenden Angebot an Immunassays gehören eine Reihe spezialisierter diagnostischer Immunassays für die Endokrinologie, Immunologie und zur Untersuchung von Autoimmunkrankheiten, sowie zur Diagnose von zahlreichen Infektionskrankheiten. Wir sind Pioniere und Marktführer in der Speicheldiagnostik, und bieten seit über 40 Jahren ein breites Portfolio an Lumineszenz- und ELISA-basierten Tests.

Als Experten im Bereich Laborautomation unterstützen wir unsere Kunden mit Protokollen für offene ELISA-Plattformen wie dem Freedom EVOlyzer oder dem Thunderbolt®.

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